LINK (Literacy, Inklusion, Kommunikation)

Projektziel

Das übergreifende Ziel des LINK-Projektes (Literacy,Inklusion, Kommunikation) ist die Verbesserung kommunikativer und früher schriftsprachlicher Fähigkeiten aller Kinder in inklusiven Kindertagesstätten, insbesondere von nichtsprechenden Kindern mit Mehrfachbehinderungen. Parallel wird die soziale Inklusion unterstützt: Jedes Kind soll sich als wertgeschätzter Teil der Gruppe wahrnehmen. Diese Themen werden im Rahmen einer Fortbildungsmaßnahme an frühpädagogische Fachkräfte vermittelt.

Projektdauer

01.02.2018 – 31.01.2021

Zielgruppe

Frühpädagogische Fachkräfte und Kinder in inklusiven Kita-Gruppen

Frühpädagogische Fachkräfte sind in Ihrem beruflichen Alltag vor die Herausforderung gestellt, geeignete Angebote zur sprachlichen Bildung in inklusiven Settings zu gestalten. Im Rahmen des Forschungsprojektes LINK (Literacy, Inklusion, Kommunikation) wird ein Literacy-Curriculum und eine darauf abgestimmte Weiterbildung entwickelt.

Das LINK-Paket: Curriculum und Weiterbildung

Aufbauend auf den Kompetenzen der pädagogischen Frühkräfte und auf den Ressourcen in den Kindertagesstätten erhalten die Teams Unterstützung bei der Umsetzung der Bildungsangebote in inklusiven Settings.

Das Curriculum

Ein Wochenkalender bietet Anregungen zu Literacy-Angeboten. Die Angebote sind so gestaltet, dass alle Kinder, unabhängig von ihrer Behinderung, in heterogenen Lerngruppen kommunikative und schriftsprachliche Kompetenzen erwerben. Gleichzeitig werden inklusive Prozesse in der Gruppe unterstützt (vgl. social literacy)

Die Weiterbildung

Die pädagogischen Fachkräfte lernen grundlegende Strategien der Kommunikations- und Literacyförderung sowie das Curriculum kennen und anwenden. Angestrebt wird eine Literacyförderung im Lebensalltag, d.h. in für die Kinder bedeutsamen Kontexten. Während des Einsatzes des Wochenkalenders im pädagogischen Alltag findet ein Austausch mit anderen teilnehmenden Fachkräften und dem Projektteam statt.

Arbeitsplan

In einem ersten Schritt wird eine Erprobungsversion des Curriculums und der Fortbildung entwickelt. Beides wird in zehn inklusiv arbeitenden Kita-Gruppen erprobt. Diese Pilotphase dient der Verbesserung des Erstentwurfs der LINK-Weiterbildung und des LINK-Curriculums. Auf Basis der Rückmeldungen der Fachkräfte sowie der Erhebungen in den Gruppen wird beides überarbeitet.

Im Anschluss liegt eine überarbeitete Version der Weiterbildung und des Curriculums vor, die eng aufeinander abgestimmt sind und als LINK-Paket verstanden werden. Das LINK-Paket wird dann in zehn weiteren inklusiv arbeitenden Kita-Gruppen eingesetzt, mit Kontrollgruppen verglichen und als Ganzes evaluiert.

Evaluation

Die Evaluation des LINK-Projektes erfolgt auf der Grundlage des CIPP-Modells (context, input, process, product) von Stufflebeam(2004). Dieses Modell berücksichtigt alle Phasen einer Intervention: die Planung, Implementierung (formative Ergebnisse) und summative Ergebnisse. Hier interessieren insbesondere die Daten aus prä- und post-Messungen

1) der Literacy-Fähigkeiten der Kinder aus den teilnehmenden Gruppen (erhoben mit The Bridge, Pierce et al. 2005),

2) zum Inklusionsmaß in den teilnehmenden Gruppen (Inclusive ClassroomProfile, ICP, Soukakou2012) und

3) zu Wissen und Kompetenzentwicklung der Fachkräfte (WiFF 2016).

Ergebnis

Im Ergebnis liegt ein evaluiertes Weiterbildungskonzept vor, das bundesweit als Professionalisierungsmaßnahme für inklusiv arbeitende Kindertagesstätten angeboten und zusammen mit den Begleitmaterialien eingesetzt werden kann. Nach erfolgreicher Evaluation kann und sollte das Weiterbildungskonzept durch Personen und Institutionen, die vom LINK-Team dazu qualifiziert wurden, auch nach Projektabschluss für frühpädagogische Fachkräfte und für Multiplikatoren angeboten werden. Ergänzend werden online Informationen und Videobeispiele zur Verfügung gestellt, die auch nach Ablauf des Projektes auf den Homepage-Seiten der Forschungsstelle für Literacy & Inklusion der Universität zu Köln zugänglich sein werden, um in das LINK-Konzept einzuführen.

Projektteam

Prof. Dr. Jens Boenisch, Sally Kröger, Dr. Melanie Willke, Dr. Stefanie K. Sachse,

Kontakt

Forschungsstelle Literacy und Inklusion

fs-literacy@uni-koeln.de
Tel.: 0221 470-5526

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Dr. Stefanie K. Sachse
stefanie.sachse@uni-koeln.de
0221 470-5526

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Dr. Melanie Willke
mwillke@uni-koeln.de
Tel.: 0221 470-5526

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Sally Kröger
s.kroeger@uni-koeln.de
Tel.: 0221 470-89952

Literatur

Deutsches Jugendinstitut/Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (Hrsg.) (2016): Inklusive Sprachliche Bildung. Grundlagen für die kompetenzorientierte Weiterbildung. WiFF Wegweiser Weiterbildung. Band 11. München.

Erickson/Clendon (2009): Addressing the literacy demands of the curriculum for beginning readers and writers. In: Soto/Zangari (Eds.): Practically speaking: Language, literacy, and academic development for students with AAC needs. Baltimore 2009.

Leko/Roberts (2014): How does professional development improve teacher practice in inclusive schools? In: McLekskey et al. (Eds.): Handbook of effective inclusive schools: Research and practice. New York: Routledge.

Pierce, P./Summer, G./O’DeKirk, M. (2005): The Bridge: A Portfolio Rating Scale of Preschoolers’ Oral and Written Language. (The Bridge was adapted from the TROLL© (Teacher Rating of Language and Literacy by Dickinson/McCabe/Sprague, 2003) by Education Development Center, Inc.).

Sachse (2015): Literacy-Förderung von Anfang an. Rahmenbedingungen, Ziele und Inhalte. In: Antener et al. (Hrsg.): UK wird erwachsen. Initiativen in der Unterstützten Kommunikation. Karlsruhe.

Soukakou (2012): Measuring quality in inclusive preschool classrooms: Development and validation of the Inclusive Classroom Profile (ICP). Early Childhood Research Quarterly, 27 (3).

Stufflebeam (2004): The 21st century CIPP model: Origins, development, and use. In: Alkin (Ed.): Evaluation Roots. Thousand Oaks, CA: Sage.

Willke, M. (2018): Scaffolding in der Unterstützten Kommunikation. Evaluation eines Fortbildungsprogramms zum Unterstützungsverhalten von Bezugspersonen unterstützt kommunizierender Kinder und Jugendlicher im Kontext von Erzählsituationen. Dissertation.